Der Cordyceps oder auch Chinesische Raupenpilz

Herkunft
- ursprünglich tibetisches Hochland, heute auch alpine Graslandschaften Chinas sowie einige Provinzen Indiens
Geschichte
Die heute enorm hohe Nachfrage verdankt der Raupenpilz den Entdeckungen tibetischer Yak-Hirten. Sie stellten fest, dass jene Rinder, die sie im Hochland weiden ließen, eine deutlich höhere Widerstandskraft und Lebenserwartung hatten, als anderswo gehaltene Tiere. Als Ursache wurden die winzigen Pilze ausgemacht, die zwischen den Hochlandgräsern wachsen und von den Tieren gern mitgefressen werden. In der TCM wird der Raupenpilz seit Jahrhunderten als Tonikum eingesetzt und ist auch als Aphrodisiakum bekannt.
Verwendung
- Steigerung von Leistungsfähigkeit und Ausdauer E
- Stärkung des Immunsystems E
- Behebung sexueller Funktionsstörungen und Steigerung der Libido E
- Stimmungsaufhellung E
- Regulierung der Herz- und Lungenfunktionen E
- Muskelregeneration E
Besonderheit
Der Raupenpilz ist ein wirksamer Fitmacher. Damit der Schlaf nicht beeinträchtigt wird, sollte die Einnahme nicht am späten Abend erfolge.
Wissenschaft
Bioaktive Inhaltsstoffe von Cordyceps sinensis
Wie alle Vitalpilze zeichnet sich auch Cordyceps sinensis durch eine Vielzahl von Inhaltsstoffen aus, deren Bedeutung und Wirkmechanismen erst nach und nach erfasst werden. Im Raupenpilz finden sich neben Cordycepin (3’-de-oxyadenosin) und seinen Derivaten vor allem pilz-spezifische Polysaccharide , Glykoproteine und Peptide sowie Ergosterin , die Vorstufe von Vitamin D. Durch ausgewiesene antioxidative Eigenschaften sind diese Substanzen an antiinflammatorischen, antikanzerogenen und antimikrobiellen Vorgängen beteiligt, wirken neuroprotektiv und sind aktive Komponenten zur Verhinderung frühen Alterns. Zudem ist ein direkter Einfluss von Cordyceps auf die Bildung von Steroid- Hormonen dokumentiert2. Vor kurzem wurde ein Manno-Glucan isoliert, das zytotoxische Effekte auf Tumorzellen zu haben scheint3 sowie Cordyol A-C, zwei spezifische Glycoside mit signifikanter antiviraler Aktivität4.
Die Wirkprinzipien der Cordyceps sinensis Inhaltsstoffe
Anregende und leistungsfördernde Effekte:
Traditionell wird Cordyceps als Tonikum gegen Erschöpfung, Depressionen und Stress eingesetzt. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass Cordyceps- Extrakte die Adrenalin- und Dopamin- Bildung direkt beeinflussen, in die Serotonin- Mechanismen jedoch nicht eingreifen5. Dadurch kann zumindest teilweise die praxiserprobte Wirkung in diesem Indikationsrahmen erklärt werden.
Codyceps- Wirksubstanzen sind effiziente Radikalfänger
Oxidative Prozesse spielen in zellulären Systemen eine wichtige Rolle. Die dafür verantwortlichen freien Radikale können aber durch exogene und endogene Prozesse auch im Übermaß entstehen. In diesem Fall wirken sie auf biologische Strukturen wie Lipide, Proteine oder Nukleinsäuren toxisch. Schäden an den Zellmembranen, Strangbrüche in der DNS oder Lipidperoxidationen von Blutfetten sind die möglichen Folgen von oxidativem Stress. Die Aktivität der freien Radikale wird zunehmend mit der Entstehung und dem Fortschreiten verschiedener Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, die als radikal- induziierte Erkrankungen bezeichnet werden. Antioxidantien , zu denen Vitamine und bioaktive Pflanzenstoffe zählen, inaktivieren die freien Radikale und schützen dadurch den Organismus vor Schäden. Auch Coryceps sinensis enthält eine Vielzahl antioxidativer Substanzen mit hohem Wirkungsgrad6. Ihre Effizienz bei der Hemmung von Alterungsprozessen wurde bereits im Tierversuch dokumentiert7.
Präventiver und therapeutischer Einsatz
Verbesserung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit
Sportler im asiatischen
Kulturraum verwenden Cordyceps seit langem aufgrund der energie- und ausdauersteigernden
Eigenschaften. Im Tierversuch wurden sowohl eine Verbesserung der
Ausdauerleistung als auch eine verringerte Stressanfälligkeit nachgewiesen8.
Diese Ergebnisse konnten allerdings in Studien mit Radsportlern nicht
verifiziert werden9. Durch die starke antioxidative Kapazität der
Cordyceps-Inhaltsstoffe werden die ATP- Bildung und damit der Energiegewinnung
verbessert und die Immunfunktionen moduliert. Damit ist Cordyceps ein pflanzliches Mittel zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit auch
mit zunehmendem Alter und für eine gezielte Antiaging- Behandlung geeignet10.
Prävention und begleitend therapeutischer Einsatz bei Radikal- induzierten
Erkrankungen Zu den Erkrankungen, die durch die unkontrollierte Aktivität
freier Radikale mitbedingt werden, zählen Tumorerkrankungen,
Makuladegeneration,Arteriosklerose und neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson).
Mitbeteiligt sind freie Radikale an den Spätkomplikationen von Diabetes
mellitus, an chronischen Entzündungsprozessen sowie an den Alterungsvorgängen
auf Zell- und Gewebs- Ebene. Der Einsatz von Cordyceps ist bei einigen dieser Erkrankungen bereits im Tierversuch
dokumentiert. So zeigten bestimmte Cordyceps- Polysaccharide antioxidative Schutzeffekte bei Diabetes mellitus, die durch eine
zusätzliche Blutzuckersenkung unterstützt wurden11. Auch konnten
Zellstrukturen vor den negativen Einflüssen einer Strahlentherapie bewahren12.
Risikogruppen, die einem erhöhten oxiativen Stress ausgesetzt sind, sollten auf
die ausreichende Versorgung mit antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen und
Pflanzenextrakten achten. Dazu zählen u.a. Leistungssportler, Flugpersonal,
Raucher, Personen die regelmäßig Medikamente einnehmen oder Umweltbelastungen
ausgesetzt sind. Auch bei chronischen Erkrankungen (z.B. beim Rheumatischen
Formenkreis) ist eine begleitende antioxidative Behandlung angezeigt.
Traditionelles Aphrodisiakum mit wissenschaftlichem Hintergrund Traditionell
wird Cordyceps zur Förderung und Steigerung der sexuellen Leistung verwendet.
Erste Ergebnisse aus Tierstudien deuten darauf hin, dass dies über die
Stimulierung hormoneller Vorgänge geschieht. So reguliert Cordyceps die Steroidproduktion der Leydigzellen in den Hoden13 und
beeinflusst die Testosteronbildung14. Für Cordyceps militaris, der ähnliche Inhaltsstoffe aufweist, wie Cordyceps sinensis, wurde gezeigt, dass sich durch eine Supplementierung die
Samenqualität bezüglich Spermienmotilität und -morphology sowie Samenmenge
signifikant verbessern konnte15. Auch dadurch könnten sich die
Erfolge von Cordyceps in der traditionellen Anwendung erklären.

